Das Buch der Bücher entdecken

über bible-zoom

Bible-Zoom bietet Informationen und Materialien rund um das christliche Alte Testament, das in seiner evangelischen Fassung deckungsgleich ist mit der jüdischen Bibel, dem Tanach.

Die Inhalte der Website basieren auf Skripten, die Prof. Dr. Julius Steinberg im Rahmen seiner Vorlesungen in der Bibelkunde des Alten Testaments an der Theologischen Hochschule Ewersbach, der Hochschule des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland, verwendet. Die Skripte werden stetig überarbeitet und weiterentwickelt.

Besondere Merkmale:

  • literaturwissenschaftlich: Die biblischen Bücher werden als literarische Kunstwerke wahrgenommen.
  • kanonisch: Die einzelnen Bücher werden als Teile eines großen Ganzen verstanden. Die Website lädt ein, hineinzuzoomen und herauszuzoomen, um das Wechselspiel zwischen den einzelnen Büchern und dem gesamten Kanon des Alten Testaments nachzuvollziehen. Dafür wird der Aufbau der Bibel nach der jüdischen Überlieferung zugrundegelegt.
  • gemeindenah: Die Darstellung ist sachlich und wertschätzend. Das Zeugnis der biblischen Texte steht im Mittelpunkt. Es soll Raum sein für den Anredecharakter und Wahrheitsanspruch der biblischen Texte als Heilige Schrift für Juden und Christen.

Die Seite befindet sich zur Zeit im Aufbau. Die Skripte für fast alle Bücher der jüdischen Bibel / des evangelischen Alten Testaments sind bereits abrufbar.

Wer wir sind

Julius Steinberg (Konzept, Inhalte, Design) hat Theologie in Gießen und in Leuven (Belgien) studiert und über literaturwissenschaftliche und kanonische Ansätze zur Bibel promoviert. Er war Prediger in einer Landeskirchlichen Gemeinschaft, bis er 2007 an die Theologische Hochschule Ewersbach berufen wurde. Dort lehrt er als Professor für Hebräisch und Altes Testament. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

th-ewersbach.de

Nicole Heymann (Bilder) hat ihr Studium an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe mit Diplom abgeschlossen und studiert zur Zeit evangelische Theologie im Masterstudiengang an der Theologischen Hochschule Ewersbach.

nicole-heymann-art.com

Jan Silas Siebdraht (Design, Redaktion) studiert zur Zeit evangelische Theologie im Bachelor-Studiengang an der Theologischen Hochschule Ewersbach.

Jan Silas Siebdraht (Arbeiten am Design) und Esther Ferderer (FAQs) studieren zur Zeit evangelische Theologie im Bachelor-Studiengang an der Theologischen Hochschule Ewersbach.

In der Welt der Bibelinterpretation ist Raum für historische Neugier, literarischen Geschmack, religiösen Hunger und theologische Küche. Gelegentliche Interessenkonflikte schaden dabei nicht, sondern spornen gegenseitig zum Weiterdenken an.

Robert Morgan, Biblical Interpretation, S. 205 (Übersetzung JS).

Literarischer Ansatz

Im Zentrum stehen die biblischen Texte selbst. Diese werden in einer literaturwissenschaftlich informierten Weise präsentiert und interpretiert.

Wir lesen die Bibel nicht “als” Literatur – so wenig wie man ein Goethewerk “als” Literatur lesen könnte. Die biblischen Bücher sind Literatur und erfordern einen entsprechenden Ansatz. Literarische Texte setzen Stilmittel ein, um mit ihren Leserinnen und Lesern zu kommunizieren. In vielen der Bücher gibt es einen strategisch angelegten literarischen Aufbau, der hilft, beim Lesen den roten Faden zu erkennen. Die Texte nutzen literarische Gattungen und Formen, die in ihrer Entstehungszeit verbreitet waren und deren Kenntnis das rechte Verstehen erleichtert.

Die Bibel ist Literatur, aber auch mehr als Literatur. Mit dem jüdischen Literaturwissenschaftler Meir Sternberg gehen wir davon aus, dass in den biblischen Texten historische, literarische und theologische Interessen auf kunstvolle Weise miteinander verwoben sind.

Einzoomen und auszoomen

In der gängigen Praxis in Kirchen und Gemeinden wird die Bibel meist in kleinen Ausschnitten von wenigen Versen gelesen. Doch lohnt es sich auch, die biblischen Bücher als literarische und theologische Ganze wahrzunehmen.

Im Alten Testament sind viele der Bücher zu Buchgruppen verbunden. Die Buchgruppen wiederum bilden zusammen das eine Buch “Altes Testament” / “jüdische Bibel”. Daraus entstand die Idee, eine Bibelkunde anzubieten, die es ermöglicht, über die verschiedenen Ebenen “einzuzoomen” und “auszuzoomen”, vom gesamten Kanon bis zum einzelnen Kapitel in einem Buch, um das Einzelne im Licht des Ganzen wahrzunehmen und umgekehrt das Ganze in seiner Zusammensetzung aus den einzelnen Teilen.

Der jüdische Kanon als Ausgangspunkt

Die jüdisch-christliche Bibel wurde im Lauf der Zeit in unterschiedlichen Formen überliefert. Insbesondere folgen die Bücher im christlichen Alten Testament einer anderen Reihenfolge als in der jüdischen Bibel.

Im christlichen Alten Testament sind die Bücher nach rein formalen Kriterien angeordnet, nämlich nach literarischer Gattung, nach Chronologie und nach Autorschaft. Der jüdische Kanon berücksichtigt demgegenüber stärker die inneren Zusammenhänge zwischen den Büchern.

Für bibel-zoom wählen wir deshalb eine Kanonordnung aus dem jüdischen Bereich zum Ausgangspunkt. Für christliche Leser bietet sie die Gelegenheit, bekannte Texte in neuen Kontexten neu zu entdecken. Und sie hilft, ein übergreifendes Verständnis für das Alte Testament und seine innere Zusammenhänge zu entwickeln.

Wir verwenden die Kanonordnung, wie sie in der alten jüdischen Überlieferung, im babylonischen Talmud (Traktat Baba Bathra 14b) angegeben ist. Die Stelle beruft sich auf die Autorität der “Rabbanan”, der Rabbis aus der Zeit vom 2. Jh. v.Chr. bis zum 2. Jh. n.Chr.

Literatur

Veröffentlichungen von Julius Steinberg im Bereich literaturwissenschaftliche und kanonbezogene Bibelauslegung:

„Literatur, Kanon, Theologie: ein strukturell-kanonischer Ansatz für eine Theologie des Alten Testaments“, JETh 19 (2005), S. 93–122.

Die Ketuvim: Ihr Aufbau und ihre Botschaft, Bonner Biblische Beiträge 152 (Hamburg: Philo, 2006).

Martin H. Manser, David Barratt, Pieter J. Lalleman und Julius Steinberg, Critical Companion to the Bible: A Literary Reference (New York: Facts On File, 2009).

„Architektonische Bauformen als Mittel der literarischen Kommunikation am Beispiel von Gen 1-4“, in: Walter Hilbrands, Hrsg., Sprache lieben – Gottes Wort verstehen: Festschrift für Heinrich v. Siebenthal (Gießen: Brunnen, 2011), 51-73.

Herbert H. Klement und Julius Steinberg, Hrsg., Freude an Gottes Weisung; Themenbuch zur Theologie des Alten Testaments, 2. Aufl. (Riehen/Basel: arteMedia, 2012).

„Kanonische ‚Lesarten‘ des Hohenliedes“, in: Thomas Hieke, Hrsg., Formen des Kanons: Studien zu Ausprägungen des biblischen Kanons von der Antike bis zum 19. Jh., Stuttgarter Bibelstudien 228 (Stuttgart: Kathol. Bibelwerk, 2013), S. 164-183.

Julius Steinberg und Timothy Stone, Hrsg., The Shape of the Writings, Siphrut 16, Winona Lake, Indiana: Eisenbrauns, 2015.

Bible-Zoom (c) Julius Steinberg | zuletzt aktualisiert im September 2021