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Das Buch 1.+2. Könige

Thema: Israels Königtum bis zu seinem Untergang

Und Elia trat vor das ganze Volk und rief: Wie lange noch schwankt ihr nach zwei Seiten? Wenn Jahwe der wahre Gott ist, dann folgt ihm! Wenn aber Baal es ist, dann folgt diesem!

1. Könige 18,21 (Einheitsübersetzung)

Inhalt und Thema des Buches

Das Buch 1./2. Könige behandelt die Geschichte Israels von der Zeit Salomos bis zum babylonischen Exil (Begnadigung Jojachins), d.h. von ca. 971–560 v.Chr. Anliegen:

  • historische Darstellung: Es wird Wert darauf gelegt, jeden einzelnen König mit den wichtigsten Daten seiner Regierung darzustellen.
  • theologische Deutung: Die Geschichte Israels und Judas wird von Gott her gedeutet; die Könige werden bewertet, nicht für ihr politisches Talent, sondern für ihre Haltung zu Gott. Insbesondere zeigen die Königebücher auf, dass letztlich der geistliche Verfall Ursache für den politischen Untergang war. Im Zentrum der Darstellung stehen neben den Königen einige Propheten, durch die Gott seinen Willen verkündet und durch die er auch handelt.

Auf dieser Seite

Historische Aspekte: Chronologie der Könige

Zahlen nach: Edwin Thiele, The Mysterious Numbers of the Hebrew Kings, 1983.

Könige des vereinigten Reichs
Saul
1051–1011
1Sam 8–31; 1Chr 10
David
1011–971
1Sam 16,1–1Kön 2,12; 1Chr 11–29
Salomo
971–931
Kön 1–11; 2Chr 1–9
Könige Judas (Südreich) nach der Reichsteilung
Rehabeam
930–913
1Kön 12,1–24; 14,21–31; 2Chr 10–12
Abija
913–910
1Kön 15,1–8; 2Chr 13,1–14,1
Asa
910–869
1Kön 15,9–24; 2Chr 14,2–16,14
Joschafat
872–848
1Kön 22,41–50; 2Chr 17,1–21,1
Joram
853–841
2Kön 8,16–24; 2Chr 21,2–20
Ahasja
841
2Kön 8,25–29; 2Chr 22,1–9
Königin Atalja
841–835
2Kön 11; 2Chr 22,10–21
Joasch
835–796
2Kön 12; 2Chr 24
Amazja
796–767
2Kön 14,1–22; 2Chr 25,1–26,2
Usia/Asarja
792–740
2Kön 15,1–7; 2Chr 26,3–23
Jotam
750–732
2Kön 15,32–38; 2Chr 27
Ahas
732–715
2Kön 16; 2Chr 28
Hiskia
715–686
2Kön 18,1–20,21; 2Chr 29–32
Manasse
696–642
2Kön 21,1–18; 2Chr 33,1–20
Amon
642–640
2Kön 21,19–26; 2Chr 33,21–25
Josia
640–609
2Kön 22,1–23,30; 2Chr 34,1–36,1
Joahas
609
2Kön 23,31–34; 2Chr 36,2–4
Jojakim
609–598
2Kön 23,34–24,7; 2Chr 36,5–8
Jojachin
598–597
2Kön 24,8–17; 25,27–30; 2Chr 36,9–10
Zedekia
597–586
2Kön 24,18–25,26; 2Chr 36,11–20
Könige Israels (Nordreich, auch "Ephraim") nach der Reichsteilung
Jerobeam I.
930–909
1Kön 12,25–14,20
Nadab
909–908
1Kön 15,25–31
Bascha
908–886
1Kön 15,32–16,7
Ela
886–885
1Kön 16,8–14
Simri
885
1Kön 16,15–20
Tibni
885–880
1Kön 16,21–22
Omri
885–874
1Kön 16,21–28
Ahab
874–853
1Kön 16,29–22,40
Ahasja
853–852
1Kön 22,51–2Kön 1,18
Joram
852–841
2Kön 3,1–8,15
Jehu
841–814
2Kön 9,1–10,36
Joahas
814–798
2Kön 13,1–9
Joasch
798–782
2Kön 13,10–25
Jerobeam II.
793–753
2Kön 14,23–29
Secharja
753
2Kön 15,8–12
Schallum
752
2Kön 15,13–15
Menahem
752–742
2Kön 15,16–22
Pekachja
742–740
2Kön 15,23–26
Pekach
752–732
2Kön 15,27–31
Hoschea
732–723
2Kön 17,1–6

Errechnung der Jahreszahlen

Angaben über Regierungszeiten und Synchronisation zwischen Nord- und Südreich im Text, z.B. „Im sechsundzwanzigsten Jahr Asas, des Königs von Juda, wurde Ela, der Sohn Baschas, König über Israel und regierte zu Tirza zwei Jahre.“ (1Kön 16,8)

Probleme:

  • Unterschiedliche Zählungssysteme: Erstes Kalenderjahr der Regentschaft wird teilweise als „Thronbesteigungsjahr“ gerechnet, teilweise auch als erstes Jahr, d.h. Verschiebung der Zählung um 1 Jahr;
  • Unterschiede zwischen politischem und religiösem Kalender;
  • Koregentschaften.

Folge: Rekonstruktion der Jahreszahlen komplexe Aufgabe (Außerdem: die Komplexität zeigt, dass die Zahlenangaben nicht vom Endgestalter des Buches kommen, sondern aus den teilweise Jahrhunderte alten Quellen.)

Über Berührungspunkte mit den Assyrern (Kriegszüge) und unter Zuhilfenahme von deren Chronologie lassen sich absolute Jahreszahlen bestimmen.

Die historischen Angaben über die Könige und ihre Regierungszeiten im Königebuch werden von den meisten Wissenschaftlern als authentisch angesehen. Es gibt aus dieser Zeit auch eine ganze Reihe außerbiblischer Quellen, die einiger der Bibel angegebenen Namen und Feldzüge bestätigen. Diese Darstellungen aus der Sicht der jeweiligen Gegner bereichert unser Bild der damaligen politischen Gegebenheiten.

–> Geschichte Israels

Könige

Bibelkunde-Skript

Entstehung der Königebücher - Ansätze der Forschung

Eine zweifache Redaktion: Hierbei wird der Fund des Gesetzbuches unter Josia 622 v.Chr. und die anschließende Reform des Josia zum Ansatzpunkt. These: In Josias Zeit sei eine erste Fassung der Königebücher erstellt worden, die die Fehler der Vergangenheit („Sünde Jerobeams“ – lokale Kultstätten) mit dem segensreichen Handeln Josias (Eintreten für zentrales Heiligtum, Zerstörung der Heiligtümer des Nordreiches 2Kön 23,15–20) kontrastiert. Eine zweite Redaktion hätte während des Exils stattgefunden: Ergänzung der weiteren Könige; Ergänzen einer Interpretation, die sich auf das Exil bezieht.

–> Weiteres dazu: Einleitung in den Pentateuch

Ein einzelner Historiker: Martin Noth sieht Kön als Gesamtwerk eines einzelnen Autoren an, das sich nicht in mehrere Schichten zerlegen lässt. Dem folgen einige Ausleger.

Ein „deuteronomistischer“ „Kreis“ oder „Schule“, die über Generationen hinweg die Tradition gesammelt, gepflegt und interpretiert haben. Wer waren diese Leute?

  • ein Kreis von Priestern oder Leviten von Jerusalem
  • eine prophetische Gruppe oder Prophetenschule
  • Eine Gruppe von Weisen/Beratern am Königshof

Bewertung: Das Modell ist möglich, es fehlen jedoch jegliche historische Anhaltspunkte.

Hinweise im Text

Das zuletzt berichtete Ereignis ist die Begnadigung Jojachins (ca. 560 v.Chr). Es gibt keine sicheren Hinweise, dass spätere Ereignisse die Darstellung indirekt beeinflusst hätten.

Der Autor verweist regelmäßig auf Quellentexte, nämlich die „Chroniken der Könige von Juda“, die „Chroniken der Könige von Israel“ sowie das „Buch der Taten Salomos“ (1Kön 11,41). Funktion dieser Verweise:

  • Der Autor weist darauf hin, dass seine Darstellung selektiv ist.
  • Der Autor unterstreicht seine historische Aussageabsicht.

Es können gut weitere Quellen in den Text eingearbeitet sein, die nicht angegeben sind (z.B. Erzählungen von Elia und Elisa).

  • Komplexität der Jahresangaben: Jahreszahlen stammen aus alten Quellen und sind nicht als fiktives System vom Endredaktor gebildet.
  • Historizität der Ereignisse: Etwa ein Dutzend außerbiblische Erwähnungen israelitischer Könige (z.B. Feldzüge; Tributzahlungen an die Assyrer) bestätigen die Historizität der Königebücher und können teilweise auch zur Errichtung einer absoluten Chronologie der Könige Israels herangezogen werden.

Literarische Aspekte

1. und 2. Könige sind ursprünglich ein einzelnes Buch. Die Zweiteilung erfolgte wahrscheinlich aus praktischen Gründen (Handhabung der antiken Schriftrollen). Weiterhin ist das Königebuch Teil des zusammenhängenden Erzählblockes Genesis–Könige in der hebräischen Bibel.

Der literarische Aufbau des Buches richtet sich insgesamt nach der historischen Abfolge der einzelnen Könige. Nach der Reichsteilung werden Könige des Nordreiches Israel und des Südreiches Juda jeweils abwechselnd behandelt. Regelmäßigen Schema:

  • Am Beginn: Name des Königs; Datierung relativ zum jeweils anderen Königtum; Zahl der Regierungsjahre; teilw. Name der Mutter; Bewertung (z.B. 1Kön 15,1–3).
  • Am Schluss: meist Verweis auf Quelle; Tod und das Begräbnis; Name des Nachfolgers (z.B. 1Kön 15,23–24).

Ein einziger Abschnitt des Königebuches steht nicht innerhalb eines solchen „Königsrahmens“: 2Könige 2, Übergabe des Prophetenamtes von Elia zu Elisa. –> Buch von seinem literarischen Zentrum her nicht von Königen, sondern von zwei Propheten bestimmt, nämlich Elia (1Kön 16,29 – 2Kön 2) und Elisa (2Kön 2–13).

Die meisten Einleitungen und Ausleger gehen von einer generellen Dreiteilung des Buches aus:

  1. Die Geschichte des vereinten Königreichs Israel unter Salomo: 1Kön 1–11
  2. Die Geschichte der geteilten Königreiche Israel und Juda bis zum Ende Israels: 1Kön 12 – 2Kön 17
  3. Die Geschichte Judas bis zu seinem Ende: 2Kön 18–25

Die Struktur orientiert sich an den politisch einschneidenden Ereignissen. Sie berücksichtigt allerdings nicht, dass das Zentrum des Mittelteils von zwei Propheten als Hauptpersonen geprägt ist. Die Beobachtung, dass 2Kön 2 als einziger Text außerhalb eines „Königsrahmens“ steht, wird ebenfalls nicht beachtet.

Struktur nach Hartmut Schmid, »Könige – Struktur und Theologie«, in: Herbert H. Klement und Julius Steinberg, Hrsg., Freude an Gottes Weisung: Themenbuch zur Theologie des Alten Testaments, 2. Aufl. (Riehen/Basel: arteMedia, 2012), 132–152.

Abschnitte I und V entsprechen dabei der oben angegebenen Einteilung. Der Mittelteil ist demgegenüber weiter unterteilt, um den beiden prophetischen Hauptfiguren ihre angemessene Bedeutung zu geben. Dabei ergibt sich nach Schmid eine konzentrische Struktur. Diese ist allerdings in den Teilen I, II, IV und V nicht sehr ausgeprägt und eher formal. Die Schlussfolgerung, dass Elia und Elisa eine auch in literarischer Hinsicht zentrale Stellung im Buch einnehmen, kann aber durchaus gezogen werden.

1. Das vereinte Königreich Israel und Juda unter Salomo (1Kön 1–11)

Das Buch beginnt mit der Feststellung „König David war alt und hochbetagt“. Diese Aussage stellt nicht nur eine historische Anknüpfung an das vorangegangene Samuelbuch dar, sondern es deutet auch eine Problematik an: Die Zeit des David, des Königs nach Gottes Herzen, ist vorüber. Gott hat ihm eine ewige Dynastie verheißen (2 Samuel 7). Wie werden die Könige, die nach ihm kommen, sich verhalten? Werden sie sich ihrer Berufung als würdig erweisen?

Die Antwort, die das Königebuch dazu gibt, lautet im Wesentlichen „Nein“. Es beschreibt einen fortlaufenden Zerfall des Königtums bis hin zum Untergang. Bei Salomo, dem ersten König, deutet sich dieser Zerfall nur erst an.

Die ersten beiden Kapitel behandeln ausführlich den Übergang des Königtums von David zu Salomo. Daran wird das schwierige Problem illustriert, den richtigen Nachfolger zu finden, der gleichzeitig auch der Träger der göttlichen Verheißung ist.

Die hervorstechenden Eigenschaften von Salomo sind dessen Weisheit und Reichtum. Weisheit hat Salomo sich von Gott erbeten, Reichtum und Ruhm hat Gott ihm dazugeschenkt.

Der Hauptteil der Salomoerzählung beschäftigt sich dann mit dem Bau des Jerusalemer Tempels. Dass Davids Sohn diesen Tempel errichten würde, hatte Gott David zugesagt (2 Samuel 7). Der Bau des Tempels wird ausführlich beschrieben, weil er in theologischer Hinsicht von ganz zentraler Bedeutung ist.

Datierung: Der Tempelbau wird im vierten Jahr Salomos begonnen (966 v.Chr.). Es folgt die Angabe, dass es sich um das 480. Jahr nach dem Exodus aus Ägypten handelt.

  • Bei einem wörtlichen Verständnis der Angabe errechnet sich daraus der Exodus auf das Jahr 1446 v.Chr.
  • Die Zahl 480 kann aber auch als 40 x 12 aufgeteilt werden und symbolisch verstanden werden. Vom Kontext her ist aber die wörtliche Bedeutung wahrscheinlicher.
  • Möglich ist auch, dass die Zahl gerundet wurde, um zusätzlich zur wörtlichen Bedeutung eine symbolische Bedeutung zu transportieren.
  • In jedem Fall ist die Verbindung zwischen Exodus und Tempelbau theologisch signifikant: Dahinter steht die Aussage, dass mit dem Tempelbau das mit dem Exodus begonnene Heilshandeln Gottes an Israel zu einem Abschluss kommt. Alle Bundeszusagen Gottes sind nun erfüllt.

Die Architektur des Tempels:

  • Das eigentliche Tempelhaus ist etwa 30 m lang, 20 m breit und 15 m hoch.
  • Dazu werden eine Vorhalle und verschiedene dreistöckige Seitengebäude errichtet.
  • Das Innere des Tempels wird durch eine Holzwand in das Heiligste und das Allerheiligste geteilt.
  • Die Wände des Tempels werden mit Zedernholz getäfelt, in das Cherubim, Palmen und Blumenwerk geschnitzt ist. Der Boden ist mit Zypressenholz ausgelegt. Das Innere des Tempels wird großzügig mit Gold überzogen.
  • Im Allerheiligsten stehen zwei goldene Cherubim-Figuren mit ausgebreiteten Flügeln.
  • Der Eingang des Tempels ist von zwei in Kupfer gekleideten Säulen gestaltet, jede 9 Meter hoch und mit einem Durchmesser von 2 Metern.

Die Architektur erinnert an die phönizischer Tempelanlagen. Dies erklärt sich, wenn man bedenkt, dass Salomo bei der Herstellung die Hilfe der Phönizier in Anspruch nahm. Der große Unterschied zu allen heidnischen Tempel besteht darin, dass sich im Innern des Jerusalemer Tempels kein Gottesbild befindet.

Bei der feierlichen Einweihung des Tempels wird die Bundeslade in den Tempel gebracht und unter die ausgebreiteten Flügel der beiden Cherubim gestellt. Dann erfüllt die Herrlichkeit Gottes in Form einer Wolke den Raum. Salomo spricht ein langes Gebet, in dem er die Vorgeschichte des Tempelbaus rekapituliert und dabei vor allem auf den Bund mit David Bezug nimmt. Salomo weiß, dass Gott nicht in einem von Menschen gebauten Haus wohnt, aber er bittet ihn, dass er den Tempel zu einem Ort macht, von dem aus auf die Gebete der Menschen hört, wo Recht gesprochen wird und Sünde vergeben wird. Auch Ausländer sollen im Tempel Gott begegnen können. In der Nacht erscheint Gott Salomo und bestätigt ihm, seine Bitten erhört zu haben. Er warnt ihn aber auch, dass er Israel und auch sein Haus bei fortgesetztem Ungehorsam verwerfen wird.

Das Ende der Salomoerzählung nimmt den schleichenden Niedergang des Königtums bereits vorweg: Salomo wird verführt, fremde Götter zu verehren. Dies war in der damaligen Zeit Teil der internationalen Diplomatie, gleichzeitig war es unvereinbar mit dem israelitischen Glauben an den einzig wahren Gott. Der Ungehorsam gegenüber Gott führt dazu, dass die ersten Feinde gegen Israel erstehen. In der Folgezeit wird das Königtum immer wieder von anderen Nationen drangsaliert werden.

Die erzählerische Technik, bei der ein Königtum zunächst rein positiv dargestellt wird, und am Ende plötzlich eine Wendung ins Negative eintritt, wird im Königebuch mehrfach realisiert. Theologisch verbindet sich damit die Aussage, dass in einen Menschen und in eine menschliche Institution niemals zu große Hoffnungen gesetzt werden sollen. Jedes Vertrauen in Menschen wird enttäuscht:

  • So rottet Jehu den Baalsdienst aus, lässt aber die goldenen Kälber doch weiter verehren (2 Kings 10:15ff).
  • Jehoash von Judah kümmert sich sehr um die Tempelrestaurierung, tritt dann aber bereitwillig alle Tempelschätze an den Invasoren ab (2 Kings 12).
  • Hiskia räumt mit dem Götzendienst auf und erlebt das mächtige Wirken Gottes. Dann aber zeigt er in seinem törichten Stolz den babylonischen Spionen sämtliche Schätze des Tempels und des Palastes (2 Kings 18–20).
  • Josia führt wesentliche Reformen durch, erleidet dann aber den Tod durch eine völlig überflüssige militärische Operation (23:29).
  • Auch bei allen anderen Königen, die generell positiv bewertet werden, wird immer eine Ausnahme angegeben, nämlich dass sie die Höhenheiligtümer nicht vollständig ausgerottet hätten (z.B. Joschafat 1 Kings 22:41–51).

In all diesen Fällen wird der Leser zuerst zur Identifikation eingeladen und dann doch wieder enttäuscht. So lernt er: Auf Menschen ist kein Verlass. Der einzige, der Vertrauen wert ist, ist Gott selbst.

Dieses theologische Verständnis hat übrigens auch eine Rückwirkung auf die Geschichtsdarstellung: Es ermöglicht und verpflichtet die biblischen Schreiber, menschliche Geschichte und menschliche Akteure ehrlich darzustellen, mit ihren Stärken und auch Schwächen. Dies ist einzigartig gegenüber allen sonst aus dem Alten Vorderen Orient bekannten geschichtlichen Quellen, die als primäres und auch offenkundiges Ziel haben, den jeweiligen Machthaber zu verherrlichen. Dies gilt für Ägypten und Mesopotamien ebenso wie für den kanaanäischen Raum: Niederlagen haben in einer solchen Art von Geschichtsschreibung keinen Platz, in der biblischen Darstellung dagegen sehr wohl.

2. Die Königreiche von Israel und Juda bis Omri (1Kön 12,1–16,28)

Der Zerfall des Reiches in die beiden Reiche Nordreich Israel und Südreich Juda – zwei Gründe:

  • politisch: zu starke Belastung durch Abgaben
  • geistlich: Strafe Gottes für den Abfall Salomos

Könige der beiden Reiche werden jeweils einleitend bewertet. Die Bewertung erfolgt auf einer geistlichen Ebene: Der Gehorsam wird überwiegend daran gemessen, wie der jeweilige König mit der Verehrung fremder Götter umgegangen ist.

Jerobeam, der erste König des Nordreiches: er möchte, sicherlich aus politischen Gründen, verhindern, dass die Bevölkerung nach Süden zum Jerusalemer Tempel pilgert. Daher lässt er zwei goldene Kälber als Bilder für Jhwh herstellen und sie in Dan und Bethel aufstellen. Dieser Synkretismus wird scharf getadelt und im Verlauf des Buches immer wieder als die „Sünde Jerobeams“ bezeichnet, der sich viele der nach ihm kommenden Könige anschlossen.

Überhaupt erhalten die Könige des Nordreiches durchgehend negative geistliche Beurteilungen, während im Südreich auch einige Könige als Gott wohl gefällig eingestuft werden. Dies erklärt geistlich, warum das Südreich noch über ein Jahrhundert länger Bestand hatte als das Nordreich.

Der erste König des Südreiches, Rehabeam, verhält sich allerdings von Gott her gesehen nicht besser als Jerobeam. Unter seiner Herrschaft gelangt die heidnische Götzenverehrung zu einer großen Blüte. Der Einfall von Pharao Schischak (Scheschonk) in Jerusalem im fünften Jahr Rehabeams (1 Kings 14:25–26) ist auch außerbiblisch dokumentiert. Im Amuntempel von Karnak beschreibt eine Inschrift diesen Feldzug. Eine lange Liste von Namen der eroberten Städte wird präsentiert, auf denen der Feldzug des Pharaos geographisch nachvollzogen werden kann.

Auf Rehabeam folgen im Südreich Abija und Asa. Asa ist der erste König, der als Gott wohlgefällig bewertet wird, und zwar aus dem Grund, weil er gegen die Tempelhurer vorgeht und viele Götzenbilder zerstört, u.a. ein Götzenbild der Aschera, das seine Mutter hatte herstellen lassen.

In der Anfangszeit ist das Nordreich politisch wenig stabil. Ihm fehlt die Hauptstadt und auch ein anerkanntes Heiligtum. Omri ist es, der den Berg Samaria erwirbt und auf ihm die Stadt Samaria als neue Hauptstadt des Nordreiches errichtet. In mindestens zwei außerbiblischen Dokumenten wird später das Nordreich Israel als „Haus Omri“ bezeichnet. Dies zeigt die übergeordnete politische Bedeutung dieses Königs – die aus dem biblischen Bericht allerdings kaum hervorgeht.

3. Elia und Ahab in Israel (1Kön 16,29 – 2Kön 1)

Thema der Elia- und Elisaerzählung: Konflikt zwischen dem Glauben an Gott und dem Glauben an Baal. Gott ist der wahre Gott. Glaube an Gott Leben bringt, der Glaube an Baal dagegen führt zum Tod.

Eröffnet wird der Abschnitt mit dem Beginn des Königtums Ahabs, der mehr als alle vor ihm von Gottes Wegen abweicht. Der Gipfel des Ungehorsams ist die Errichtung eines Baalstempels in Samaria, womit Ahab den kanaanäischen Baalskult offiziel im Nordreich Israel einführt. Vgl. David (Hauptstadt) und Salomo (Tempel) mit Omri (Hauptstadt Samaria) und Ahab (Baalstempel).

Die Existenz des Königs Ahab ist durch eine außerbiblische Quelle bestätigt. Im Jahr 853 v.Chr. kämpft der assyrische König Salmanasser III. gegen einige Könige des Westlands und nennt unter anderem König Ahab von Israel.

Weil sich Ahab dem Gott Baal zuwendet, beruft Gott den Propheten Elia. Anders als bei den späteren biblischen Propheten ist die Aufgabe Elias nicht nur die Verkündigung des Wortes Gottes, sondern in ihm kommt auch die Gegenwart Gottes zum Ausdruck, die sich in einer Vielzahl von Wundern manifestiert, wie der Vermehrung von Nahrungsmitteln und sogar der Totenauferweckung. Elia steht für den Kampf für Gott und gegen Baal. Von ihm geht Leben und Tod aus: Leben für die, die Gott gehorsam sind, und Tod für die Baalsverehrer. Einen Höhepunkt erreicht dies mit dem Gottesurteil auf dem Berg Karmel, wo Gott zum Erweis seiner Macht Feuer vom Himmel fallen lässt.

Außergewöhnlich ist auch die daran anschließende Beschreibung von Elias völligem Zusammenbruch. Nachdem er geruht hat und von Gott gestärkt worden ist, kehrt Elia noch einmal zum Berg Horeb (=Sinai) zurück, auf dem Gott Mose erschienen war. Auch Elia erlebt dort eine Erscheinung Gottes. Die Naturgewalten Sturm, Erdbeben und Feuer kündigen Gottes Erscheinen nur an, Gott selbst erscheint in einem „ein sanftes, leises Säuseln“ (1Kön 19,12) – Gott zeigt sich immer wieder ganz anders, als es die Menschen von ihm erwarten.

Elia verhüllt sein Gesicht und tritt vor Gott. Gott gibt ihm einige neue Aufträge: Er soll Hasael zum König über Aram salben, Jehu zum König über Israel und Elisa zum Propheten an seiner Statt. Nur den letzten Auftrag führt er allerdings selbst durch: Er trifft auf Elisa, der ein Feld pflügt. Er wirft ihm seinen Mantel über. Elisa verabschiedet sich von seiner Familie und wird zu Elias Prophetenschüler.

Ahabs Verehrung falscher Götzen spiegelt sich auch in anderen Lebensbereichen wieder. So zeigt die Erzählung von Nabots Weinberg die Skrupellosigkeit von Ahab und vor allem von seiner Frau Isebel, für die eigenen Zwecke Unrecht zu Recht erklären zu lassen und sich von anderen zu nehmen, was sie will, einfach weil sie die Macht dazu hat.

4. Die Entrückung Elias und der Beginn des Dienstes von Elisa (2Kön 2)

Das Kapitel 2.Kön 2 ist das einzige des Königebuches, das nicht in den literarischen Rahmen einer Königsherrschaft gestellt ist. Es beschreibt die Übergabe des Prophetenamtes von Elia zu Elisa und bildet damit ein zentrales literarisches Scharnierstück im Königebuch.

Im Zentrum des konzentrisch aufgebauten Kapitels steht die Entrückung Elias in einem feurigen Wagen zum Himmel. Da Elia sich so sehr für Gott eingesetzt hat, für Gott, der das Leben ist und gegen Baal, der der Tod ist, braucht er nicht sterben, sondern wird direkt in den Himmel aufgenommen.

Elia wird zu einem Prototyp des vollmächtigen Propheten. Am Ende des Maleachibuches wird angekündigt, dass Elia wiederkommen wird, um das Volk auf die Ankunft Gottes vorzubereiten. Nach christlicher Sicht hat sich diese Ankündigung in Johannes dem Täufer erfüllt, der zwar nicht Elia in Person ist (Joh 1,21), aber „in der Kraft und im Geist Elias“ auftritt (Luk 1,17).

Verbindungen zwischen Elia und Mose:

  • Elia hat eine Gotteserscheinung auf dem Sinai wie Mose
  • Elia teilt das Wasser wie Mose
  • Elias Lebensende ist von besonderen Umständen geprägt wie das von Mose

Es ist deswegen sicher kein Zufall, dass am Ende des Maleachibuches ein Verweis auf Mose und Elia erfolgt, der gleichzeitig auch auf die Kanonteile „Gesetz“ und „Propheten“ der Hebräischen Bibel bezogen werden kann. Im Neuen Testament erscheinen auf dem Berg der Verklärung Mose und Elia (Matth 17).

Bevor Elia stirbt, bittet sein Nachfolger Elisa ihn, der Erbe seines Geistes sein zu dürfen, d.h. von Gott mit derselben Kraft ausgestattet zu werden, die Elia auch hatte. Die Bitte wird ihm gewährt. Nach Elias Entrückung kann Elisa den Jordan teilen, wie es gerade zuvor Elia getan hatte. Die zwei Wundertaten Elisas, die abschließend in Kap. 2 berichtet werden, demonstrieren die Macht, die Elisas nun über Leben und Tod hat, wie vorher Elia (2Kön 1).

In beiden Fällen kommt es auch zu einem heute wenig nachvollziehbaren Exzess von Gewalt (2Kön 1,9–16; 2,23–25). Im Hintergrund steht, dass auch ein kleiner Angriff auf Gottes Heiligkeit, hier in Form des fehlenden Respekt gegenüber dem Gottesmann, eine Todsünde ist, die Gott nur aus Gnade in den allermeisten Fällen nicht sofort bestraft. Insgesamt auf jeden Fall wird die Aussage unterstrichen, dass Elisa als Nachfolger die gleiche Macht wie Elia hat.

5. Elisa und Jehu in Israel (2Kön 3–13)

Die Befreiung der Moabiter von der israelitischen Oberherrschaft nach dem Tod Ahabs (Kapitel 3) ist auch in einem wichtigen außerbiblischen Dokument festgehalten, der Mescha-Stele (ca. 830 v.Chr.) In ihr rühmt sich Mescha, König der Moabiter, sein Volk mit der Hilfe seines Gottes Kemosch aus der Gewalt Israels und des „Hauses Omri“ befreit zu haben. Die Stele enthält außerdem den ältesten außerbiblischen Beleg für den Namen Jhwh als den Gott Israels.

In diesem Abschnitt ist besonders Kap. 4 auffällig, das den Rahmen der politischen Geschichte gänzlich verlässt und einige Wundertaten des Elisa sozusagen im privaten Bereich schildert.

Elisa hilft armen und unglücklichen Menschen mit übernatürlicher Kraft. Sie demonstrieren auch Gottes Barmherzigkeit. Sie deuten auch an, dass in der frühen Zeit Prophetie neben der Wortverkündigung noch andere Arten von göttlichen Machterweisen beinhaltete.

Die Heilungsgeschichte des Naaman in Kap. 5 ist dagegen in ihrer Aussage noch tiefgehender. Sie demonstriert, wie auch Ausländer an Gottes Gnade teilhaben können. Die Neugier auf spektakuläre Gottesmanifestationen wird abgewehrt. Stattdessen lehrt die Geschichte, dass der Gehorsam gegenüber Gott zur Heilung führt. Für Naaman geht es denn auch um mehr als „nur“ um Heilung: Es geht um sein Heil: Er hat sich nicht nur von Gott heilen lassen, sondern er hat sich mit seiner ganzen Person Gott zugewandt.

Elisa führt Aufträge durch, die Gott Elia gegeben hatte (1Kön 19,15–17):

  • Hasael von Gott eingesetzt zum Gericht über Israel
  • Jehu von Gott eingesetzt zum Gericht über das Haus Omris bzw. Ahabs.

Jehu steht damit am Ende eines Spannungsbogens, der mit Ahab beginnt und damit auch die Wirkungszeiten von Elia und Elisa historisch und literarisch umfasst. Jehu erweist sich in der Tat als ein blutiger Rächer der Gerechten. Er tötet den amtierenden Ahabssohn Joram und auch die gesamte männliche Familie. Isebel stirbt einen schmählichen Tod. Der von Ahab eingeführte Baalsdienst wird ausgerottet, alle Baalspriester werden erschlagen.

König Jehu regiert insgesamt 28 Jahre, allerdings über ein kleiner werdendes Nordreich, da die Aramäer nach und nach immer mehr Gebiete übernehmen. Die biblische Text schweigt weitgehend über die Ereignisse dieser Zeit. Eine assyrische Quelle (Schwarzer Obelisk) zeigt ein Bild davon, wie König Jehu im Jahr 841 v.Chr. Tribut an den assyrischen König Salmanasser III. zahlt.

Als Elisas Leichnam einen anderen Toten berührt, wird dieser lebendig à wie von Elia, so geht auch von Elisa eine positive Kraft aus, die sogar den Tod überwindet.

6. Die Königreiche von Israel und Juda bis zum Ende Israels (2Kön 14–17)

Erneuter Bruderkrieg. Amazja von Juda erringt einen Sieg über die Edomiter und fühlt sich daraufhin stark genug, das Nordreich anzugreifen. Auch David hatte die Edomiter besiegt. Vielleicht möchte Amazja wie David über das gesamte Reich regieren. Der Text teilt jedoch mit (14:3), dass Amazja nicht wie sein Vater David war. Dementsprechend gelingt sein Feldzug nicht, sondern das Südreich wird vom Nordreich besiegt und Jerusalem geplündert.

Die letzten Jahrzehnte des Nordreiches sind geprägt vom Erstarken der Assyrer. Die Assyrer benennen sich nach einer ihrer Hauptstädte, Assur, im oberen Mesopotamien gelegen. Die Assyrer waren ein sehr kriegerisches Volk. Assyrische Könige rühmten sich ihrer Grausamkeiten. Zeitweise konnten sie ihre Schreckensherrschaft auf den gesamten Raum des fruchtbaren Halbmondes ausdehnen. Die Begegnungen der Assyrer mit Israel sind auch in verschiedenen assyrischen Quellen dokumentiert.

745 v.Chr. kommt Tiglatpileser in Assur an die Macht. Viele kleinere Stadtstaaten in Palästina werden ihm tributpflichtig. Auch das Nordreich Israel unter König Menahem (2Kön 15,19f). 734 bildet sich eine Koalition gegen die Assyrer unter Tiglatpileser, an der auch das Nordreich Israel beteiligt ist, das Südreich Juda unter König Ahas aber nicht. Daher greift die Koalition zuerst das Südreich an, um Ahas zu entmachten. König Ahas ruft nun seinerseits die Assyrer zu Hilfe. Diese kommen und unterwerfen die palästinischen Staaten.

Der Tod des Königs Tiglatpileser wird zum Anlass für Israel, die Tributzahlungen an die Assyrer einzustellen. Salmanasser V. erobert daraufhin das Nordreich. Die Stadt Samaria fällt 722 v.Chr. nach dreijähriger Belagerung. Israel wird zu einer assyrischen Provinz umgewandelt. Viele Einwohner Samarias werden in verschiedene Städte in Medien und Nordmesopotamien ins Exil gebracht (2Kön 17,6). Im Lauf der Zeit ersetzen die Assyrer diese Bürger mit Deportierten, die aus Babylonien und aus Hamat in Syrien kamen (1Kön 17,24ff). Damit ist die Geschichte des Nordreichs Israel beendet, und die Geschichte der „Samariter“ beginnt.

Politisch ist der Untergang des Nordreiches Israel also den Assyrern und einer gefährlichen Politik gegenüber den Assyrern zu verdanken. Geistlich gesehen sind nach dem Königebuch die Assyrer Gottes Werkzeug, mit dem er sein Gericht über das abtrünnige Israel ausführt und somit die Flüche des mosaischen Bundes wahr werden lässt.

7. Das Königreich Juda bis zu seinem Ende (2Kön 18–25)

Zwei positive bewertete Könige:

Hiskia: König nach Gottes Willen. Hiskia stellt die Tributzahlungen an die Assyrer ein. Darauf rückt König Sanherib mit dem großen assyrischen Heer gegen Jerusalem heran und belagert die Stadt (701 v.Chr.). In der Nacht fährt der Engel des HERRN aus und schlägt im assyrischen Lager 185,000 Mann. Am nächsten Morgen ist das ganze Lager voller Leichen. Sanherib muss unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Außerbiblische Hinweise:

  • Der Schiloach-Tunnel, von Hiskia für den Belagerungsfall gebaut (2Kön 20,20, 2Chr 32,30). Im Tunnel wurde auch eine Inschrift in klassischem Prosa-Hebräisch gefunden.
  • Die Belagerung Jerusalems durch Sanherib ist in einer assyrischen Quelle belegt. Dort schreibt Sanherib: „Ich schloss Hiskia in Jerusalem ein wie einen Vogel im Käfig“ – ein Hinweis auf eine erfolglose Belagerung.

Josia: Er lässt den Tempel renovieren. Während der Renovierungsarbeiten wird das Gesetzbuch des Mose gefunden. Er wird dem König verlesen. Josia erkennt, dass Gottes Zorn groß sein muss, da seine Vorfahren und das Volk sich nicht daran gehalten haben. Durch die Prophetin Hulda teilt Gott mit, dass die in dem Gesetzbuch angedrohten Flüche eintreffen werden. Weil Josia sich aber sehr für Gott eingesetzt hat, soll dies noch nicht zu seinen Lebzeiten geschehen.

Josia erneuert daraufhin den Bund mit Gott. Er lässt das Gesetzbuch vor dem ganzen Volk vorlesen. Das Volk stimmt daraufhin zu, den Bund wieder halten zu wollen. Josia setzt die Götzenpriester ab und zerstört die Götzenbilder. Ebenso werden die verschiedenen heiligen Stätten überall im Land zerstören. Das Passafest wird wieder eingeführt.

Nach Josia beginnt allerdings der Niedergang in großen Schritten.

Der Untergang des Königreiches Juda wird theologisch beschrieben darin, dass Gott all seine mit Israel geschlossenen Bündnisse auflöst.

  • Davidbund (2Sam 7) – Zusage eines ewigen Königtums vom Stamm David und die Errichtung des Tempels als einen Ort der Begegnung mit Gott: Jetzt wird der davidische König gefangen, seine Söhne werden umgebracht, der Tempel wird völlig zerstört und die Tempelgeräte nach Babylon gebracht.
  • Abrahambund (Gen 12) – Verheißung von Land und Nachkommenschaft: Das Land muss nun verlassen werden: Exil. Das Volk wird symbolisch vernichtet, indem eine Repräsentation von 72 Personen umgebracht werden (vgl. die 70 Familienmitglieder am Ende der Genesis).
  • Sinaibund: Bundesflüche erfüllen sich (siehe Lev 26, Dtn 28–30). Das Volk kehrt nach Ägypten zurück von wo es hergekommen ist (2Kön 25,22–26, vgl. Dtn 28,68).

Element der neuen Hoffnung nach dem Eintreffen der Bundesflüche (Lev 26,40–45, Dtn 30,1–10) –> Begnadigung Jojachims in Babylon (2Kön 25,27–30).

Bible-Zoom (c) Julius Steinberg | zuletzt aktualisiert im September 2021